Die bigMESSAGE-Manuskripte vom 1. bis 5. Juni 2026

Autor: Uwe Burkert, Speyer


Thema: Gott - Sonne? Wie zentral, wie lebenswichtig?

Montag, 1. Juni 2026, 20:45 Uhr

Meteorologischer Sommeranfang heute – drum hör‘ meinen Sonnengesang! Denn ist sie nicht einfach – unglaublich: die Sonne? Strahlt 150 Millionen Kilometer weit weg vor sich hin, ist im Kern 15 Millionen Grad heiß, an der Oberfläche nur noch schlappe fünfeinhalb Tausend Grad – und sorgt doch punktgenau dafür, dass hier auf der Erde alles sprießt und fließt, wächst und gedeiht, für Jahreszeiten, hell und dunkel. Unglaublich – ohne Sonne geht nix hier bei uns auf der Erde. Bis ins Gemüts– und Seelenleben: Scheint die Sonne, sind wir gut drauf und leben auf, sind fröhlicher, freundlicher, zugewandter. Denn die Sonne setzt in unserer Haut Beta-Endorphin frei, eine Bio-Droge sozusagen. Das genaue Gegenteil vom Herbst- oder Winterblues. Die Sonne senkt sogar den Blutdruck – zumindest kurzfristig. Außerdem sorgt die Sonne für Vitamin-D-Produktion – extrem wichtig für gesunde Knochen beispielsweise. Die Sonne bildet also nicht nur das Zentrum unseres Sonnensystems, sie spielt auch eine zentrale Rolle für unser ganzes Leben. Ob das die Autoren der Bibel auch schon gewusst haben? Denn im Psalm 84 heißt es: "Gott der Herr ist Sonne." (Ps 84,12) Gott – ohne den nix geht, der oder die eine zentrale Rolle spielt in jedem Leben, für alles Leben, eine lebenswichtige Rolle? Oder – was glaubst Du?


Thema: Unfassbare (heilige) Geister – die was bewirken!

Dienstag, 2. Juni 2026, 20:45 Uhr

Was hältst Du von – Geistern? Den unfassbaren Wesen oder auch Nicht-Wesen – auf die's dann manchmal doch ganz schön ankommt. "Der Geist eines Vertrages" zum Beispiel. Meint, dass es nicht allein auf Text und bloße Worte ankommt, sondern auf das, was dahintersteckt: dass es die Vertragspartner gut meinen miteinander und Strittiges einvernehmlich regeln wollen. Oder der Geist eines Ortes, der Deinen Lieblingsplatz so besonders macht: ein bestimmtes Bauwerk oder eine spezielle Location. Der Team-Geist zum Beispiel, der dafür sorgt, dass ein Team, hoffnungslos hinten, nach der Pause die Ärmel hochkrempelt und die Partie dreht. Was hältst Du - von Geistern? Geistern wie dem Heiligen Geist, den Christen:innen weltweit alle Jahre wieder Pfingsten feiern, bei uns sogar ein ganzes langes Wochenende lang: die Geistkraft Gottes, die wie der Wind die Blätter aufwirbelt den engsten Freundeskreis Jesu laut Bibel befeuert und begeistert und ordentlich was bewegt – sodass bis heute die größte aller Weltreligionen draus geworden ist. Lauter Beispiele, die zeigen, dass auch in unserer high-tech und verkopften Welt – Dinge eine Rolle spielen zwischen Himmel und Erde und auf der Erde, die nicht zu fassen sind, nicht zu messen, nicht zu fotografieren – und die doch da sind und wirken. Oder – was glaubst Du?


Thema: Fronleichnam: Jesus ist da - und wo bist Du?

Mittwoch, 3. Juni 2026, 20:45 Uhr

Wie merkste, dass morgen Fronleichnam ist? Erstens: weil Du frei hast - bestenfalls. Zweitens: weil Katholikinnen und Katholiken auf die Straße gehen – zur Fronleichnams-Demo beziehungsweise -Prozession. Und drittens: weil du deshalb hier und da 'nen Umweg in Kauf nehmen musst oder kurz warten, bis die Fronleichnams-Prozession vorbeigezogen ist. Fronleichnam – klingt etwas unappetitlich, ist aber im Grunde ein ganz leckeres Fest. Denn "fron" ist ganz altes Deutsch und heißt "Herr", und "lichnam" hat nix mit Leiche zu tun, sondern meint den lebendigen Leib. Also "Lebendiger Leib des Herrn" könnte das Fest neuhochdeutsch heißen. Drum ziehen morgen so viele Prozessionen mit Hostie, Himmel und Monstranz durch's Land: um zu demonstrieren, er lebt, ist unterwegs mit seinen Anhängerinnen und Anhängern. Jesus, gekreuzigt und gestorben: ihn hat Gott aus dem Grab geholt. Und in Brot und Wein ist er bei der Kommunion und in jeder heiligen Messe so handfest da - und auch bei der Fronleichnamsprozession: dass Du ihn sehen kannst, fühlen, sogar schmecken. Wie ein Geschenk oder ein Andenken. Mit dem Du was da lässt von Dir, das bleibt, auch wenn Du schon lange wieder weg bist. Oder mit dem Deine besten Freundinnen und Freunde was von sich - bei Dir lassen. Kannste glauben - oder nicht. Kannste? Glauben? Oder nicht?


Thema: "Vronlichnam": Wem zeigst Du was und demonstrativ?

Donnerstag, 4. Juni 2026, 20:45 Uhr

Quicklebendig ist der Fron-Leichnam, der "lebendige Leib des Herrn”, wie das alte deutsche Wort "vronlichnam” etwa zu übersetzen ist. Den "lebendigen Leib" des Herrn stellen heute Christinnen und Christen in den Mittelpunkt: ausgestellt in kostbaren Schaugefäßen, sogenannten Monstranzen - und gehen damit sogar auf die Straße. Um so anschaulich zu demonstrieren, was sie glauben: dass Jesus leibhaftig da ist, anfassbar präsent im heiligen Brot. Quicklebendig zeigen sich Christinnen und Christen aber auch selber - genau dadurch: dass sie demonstrieren, das ist der Gott, an den wir glauben. Schon der Apostel Paulus schwärmt im Neuen Testament von der Kirche als lebendigem Leib Christi mit seinen vielen, vielen Gliedern und dass jedes Glied seine besondere Aufgabe hat wie Auge, Ohr, Fuß und Hand - und dass nur alle zusammengenommen ein brauchbares Ganzes ergeben. Gott hat jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach, schreibt Paulus an die Korinther (1 Kor 12,18). So ist jede Christin, ist jeder Christ mit einem Wort: unverzichtbar! Und so von Gott besonders geadelt. Adel allerdings - verpflichtet. Zum Beispiel zu zeigen, was und an wen man glaubt. An was und an wen glaubst Du? Und wann und wem - zeigst Du das? Und wie? Womit?


Thema: Zwei sind besser als einer allein – hilf mit!

Freitag, 5. Juni 2026, 20:45 Uhr

Harakiri? Kennst Du? Aber Hikikomori? Heißt übersetzt aus dem Japanischen "sich einschließen" und steht für große Einsamkeit. Für so große Einsamkeit, dass Menschen sich selbst isolieren und so gut wie nicht mehr aus dem Haus gehen. Oder sogar Geld ausgeben dafür, dass jemand sie begleitet: zur Teezeremonie oder zum Bahnhof – damit einer zum Abschied winkt. Wie traurig ist das denn? In Amerika kannst Du "Enkel" mieten – falls Du alt bist und allein. Und genug Geld hast. Einsam – sind auch bei uns immer mehr. Wenn keiner kommt zu Besuch, niemand ruft an. "Zwei sind besser als einer alleine", weiß schon der Prediger in der Bibel – im Ersten, im Alten Testament. Denn wenn einer von beiden hinfällt, kann der andere ihm wieder aufhelfen. Und wenn sie beieinander schlafen, kann einer den anderen wärmen. Das ist echt praktisch gedacht, oder? Aber sich auszutauschen mit anderen, angesprochen zu werden, gesehen zu werden ist überhaupt überlebenswichtig. Um nicht zu vertrocknen und einzugehen. "Zwei sind besser als einer alleine" – zum Glück gibt es Einrichtungen, Projekte und Initiativen, bei denen Menschen anderen ihre Zeit schenken: ohne dafür bezahlt zu werden: Besuchsdienste, Begleitdienste. Lieber gemeinsam statt einsam! Magste mithelfen dabei? Wie und wo könnte das gehen?